Feldforschung

Steinbrüche – chirurgische Schnitte in die Anatomie des Zeitgeschichte

Diese faszinierenden Orte werden für einige Wochen zum Labor. Im Gegensatz zu einem auf Maß gesägten Stein im Atelier, kann ich hier das Material im ursprünglichen Zusammenhang erkunden und neue Qualitäten erkennen.

Wände, Spuren, Licht, Geräusche, Strukturen… in der Atmosphäre vor Ort wirken unterschiedliche Elemente. Unmittelbar. Intensiv. Dem spüre ich in einem künstlerischen Prozess nach:

  1. Dokumentieren von Eindrücken und Ideen mit Fotos, Skizzen
  2. Interdisziplinäre Dialoge mit Expert:innen
  3. Umsetzen der Ideen, z.B. Skulptur, Performance, Abguss
  4. Öffentliches Präsentieren

Die Feldforschung wird an verschiedenen Orten über fünf Jahre als Langzeitprojekt stattfinden. Bei jeder Station untersuche ich ein anderes Gestein.

Die Steinbrüche, die ich auswähle, haben direkt mit mir und meinem bisherigen Schaffen zu tun. D.h., ich habe das Gestein schon für Skulpturen ikonografisch verwendet, möchte nun vor Ort die Auseinandersetzung mit dem Material, seiner speziellen Charakteristik vertiefen und im interdisziplinären Dialog neue skulpturale Ansätze entwickeln.

Es entsteht eine Sammlung von Eindrücken und Ideen, die in mein zukünftiges künstlerisches Schaffen einfließen werden. Die Dokumentationen, die bei jeder Feldforschungsstation entstehen, sind Nachschlagewerke und Inspirationsquellen.

Steinbruch Hermannsberg bei Sand am Main.

Gefördert von Stadt und Landkreis Bamberg mit dem Bamberger Kunststipendium.

Cristallina Steinbruch bei Peccia im Tessin, Schweiz.

Gefördert mit einem Artist in Residence-Stipendium der Fondazione Internazionale per la Scultura am CIS in Peccia.

Weitere Projekte und Skulpturen der Bildhauerin unter

www.rosa-brunner.info

ROSA BRUNNER. FELDFORSCHUNG – Ausstellungsintervention

Die Ausstellungsintervention war im Rahmen der Ausstellung „Liebe oder Last?! Baustelle Denkmal“ vom 8. September bis 30. November 2023 im Historischen Museum Bamberg zu sehen. 

„Rosa Brunners Intervention warf auf ganz eigene Weise den Fokus auf das regionale historische Bildhauermaterial Sander Schilfsandstein. In direkter Nähe zum Dom und somit in Gegenüberstellung zu den bedeutenden Kunstschätzen deckt ihre Feldforschung den natürlichen Zusammenhang des Materials und weitere, auch neue Qualitäten auf.“

Weitere Informationen unter:

museum.bamberg.de/news/rosa-brunner-feldforschung-ausstellungsintervention/